Erklärung zum Zertifikat

 

Aufbau des Zertifizierungssystems

Herausgeber des Zertifikates ist der Bundesverband Klinischer Diabeteseinrichtungen e.V. QMKD ist das „Qualitätsmanagement des Bundesverbandes Klinischer Diabeteseinrichtungen“.

Der BVKD hat hierzu eigene Qualitätskriterien entwickelt, die als „Muss-Kriterien“ im Zertifizierungsverfahren „QMKD“ enthalten sind. Zertifiziert werden diabetologische Fachabteilungen in Krankenhäusern, die Diabetes-Patienten behandeln. Im Rahmen eines Audits wird geprüft, ob die Voraussetzungen erfüllt sind, die an die Vergabe des Zertifikates gestellt werden. Das Zertifikat gilt für drei Jahre für die jeweilige Fachabteilung und muss danach erneuert werden.
 
Die Kriterien für das Zertifikat wurden anhand der Behandlungsnotwendigkeiten entwickelt und stetig fortgeschrieben. Die Bewertung der Strukturqualität erfolgt gemäß Anforderungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (Diabetes Exzellenzzentrum DDG), die Bewertung der Prozess- und Ergebnisqualität nach eigenen QMKD-Kriterien.

 

Ziele des Zertifikats

Mit der Zertifizierung soll eine hohe Behandlungsqualität erreicht werden, ebenso eine leitliniengerechte Behandlung. Weitere Ziele sind strukturierte Prozesse für Diabetes mellitus Typ 1und 2 sowie die Durchführung strukturierter Schulungen. Angestrebt werden weiterhin die Integration von Patienten und Angehörigen in den Behandlungsprozess, eine entsprechende Entlassungsplanung sowie die Sicherstellung einer qualifizierten Weiterbehandlung.

 

Worum geht es genau?

Unsere Fachexperten prüfen, ob die Diabetesabteilung ihre Abläufe und ihr Qualitätsmanagement so gestaltet, dass Patienten sicher und gut versorgt werden. Dabei achten sie auf folgende Punkte:

1. Rahmenbedingungen und Anforderungen

Sie überprüfen, ob die Abteilung sowohl äußere Einflüsse (z. B. neue gesetzliche Regeln, medizinische Entwicklungen) als auch interne Faktoren (z. B. Teamstruktur, Wissen der Mitarbeitenden) kennt und berücksichtigt. Außerdem schauen sie, ob die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten sowie anderer Partner (z. B. Einweiser, Krankenkassen) erfasst werden. 

2. Klarheit über Aufgaben und Abläufe

Sie kontrollieren, ob alle wichtigen Zuständigkeiten klar geregelt sind, ob Mitarbeitende gut eingearbeitet sind und ob die notwendigen Räume, Geräte und Materialien vorhanden sind. Auch prüfen sie, ob Dokumente wie Checklisten und Arbeitsanweisungen aktuell und leicht auffindbar sind. 

3. Qualität der Behandlung und Prozesse

Sie stellen fest, ob Behandlungen leitliniengerecht erfolgen, ob Schulungen gut organisiert sind und ob Untersuchungsabläufe regelmäßig überprüft werden. Auch kontrollieren sie, ob medizinische Geräte korrekt funktionieren und richtig eingesetzt werden. 

4. Weiterentwicklung und Risikomanagement

Sie bewerten, wie die Abteilung mit Chancen (z. B. neue Medikamente, Digitalisierung) und Risiken (z. B. Infektionsgefahren) umgeht. Außerdem prüfen sie, ob es klare Qualitätsziele gibt und ob diese regelmäßig gemessen und weiterentwickelt werden. 

5. Kommunikation und Zusammenarbeit

Sie sehen sich an, wie die Mitarbeitenden miteinander kommunizieren – etwa in Übergaben oder Teamsitzungen – und ob die Ergebnisse schriftlich festgehalten und nachverfolgt werden. 

6. Patientenzufriedenheit und Rückmeldungen

Sie prüfen, ob regelmäßig Patientenbefragungen stattfinden und wie die Klinik mit Beschwerden und Rückmeldungen umgeht. Wichtig ist ihnen, dass daraus Verbesserungen abgeleitet werden. 

7. Interne Prüfungen und Verbesserungen

Sie kontrollieren, ob interne Audits regelmäßig durchgeführt werden und ob die Abteilung aus den Ergebnissen lernt. Fehler oder Beinahe-Fehler sollen dokumentiert und aktiv zur Verbesserung genutzt werden. 

8. Gesamtbewertung des Systems

Am Ende bewerten unsere Fachexperten, ob das Qualitätsmanagementsystem insgesamt wirksam ist und ob die Abteilung sich kontinuierlich weiterentwickelt, um die Versorgung für Patienten dauerhaft zu verbessern.

 

Wer zertifiziert?

Wir arbeiten als Zertifizierungsstelle mit der QMS Cert Zertifzierungsgesellschaft mbH zusammen. Diese stellt sicher, dass die Zertifizierung die gesetzlich vorgegebenen Normen erfüllt. Die Zertifizierungen erfolgen nach DIN EN 15224/DIN ISO 9001 oder nach dem KTQ-Zertifizierungsverfahren. Die Auswahl des Zertifizierungssystem und der Zertifizierungsstelle trifft das antragstellende Krankenhaus.

Die QMKD-Fachexperten führen zusammen mit der vom Krankenhaus gewählten Zertifizierungsstelle die Fremdbewertung vor Ort durch. Unsere Fachexperten sind ausgebildete und erfahrene diabetologisch tätige Fachärzte. Für ihre Tätigkeit als Fachexperten haben sie eine spezielle Qualifizierung erhalten und sie nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil.

Im Rahmen des Audits begutachten sie die diabetologischen Fachabteilung auf Basis der Darlegungen der Fachabteilung und erstellen einen entsprechenden Auditbericht. Der Auditbericht wird von der Zertifizierungsstelle geprüft und zur Entscheidung an den Prüfungsausschuss weitergeleitet. 

Entscheidung zur Zertifikatsvergabe

Die Entscheidung über die Zertifikatsvergabe wird in einem weiteren unabhängigen Gremium, dem Prüfungsausschuss getroffen, der aus dem Qualitätsauditor und einem Facharzt besteht, die in ihrer Bewertung frei und unabhängig sind. Die Zertifikate vergibt der Ausschuss ausschließlich auf Basis der Darlegungen im Rahmen der Audits und der von den Fachexperten erstellten Auditdokumentation.

 

Zertifikatsurkunden

In Abhängigkeit davon, ob die Zertifizierung nach DIN EN 15224/DIN ISO 9001 oder nach dem KTQ-Zertifizierungsverfahren erfolgte, wird die entsprechende >Urkunde ausgestellt. Hier finden Sie die entsprechenden Muster-Urkunden:

Eine Kontaktmöglichkeit für Nachfragen und Rückmeldungen ist auf dem Zertifikat ausgewiesen.

 

Veröffentlichung

Die zertifizierten Fachabteilungen einschließlich der Geltungsdauer der Zertifizierung sind auf der BVKD-Internetseite einsehbar.